Marketing
Was kostet ASO? Agentur, Tools oder selbst machen (2026)
Der deutsche Markt hat gegenüber vielen anderen einen praktischen Vorteil: mehrere Agenturen veröffentlichen tatsächlich Preise in Euro. Damit lässt sich rechnen, statt zu schätzen. Dieser Beitrag stellt die veröffentlichten Zahlen nebeneinander, beschreibt, was dafür geliefert wird, rechnet den Aufwand in Eigenregie gegen und benennt die Signale, bei denen ein Angebot besser unbeantwortet bleibt. Alle genannten Preise stammen von den jeweiligen Anbieterseiten und sind als Anbieterangaben gekennzeichnet.
Veröffentlichte Preise deutscher Anbieter
| Anbieter | Leistung | Preis laut Anbieter |
|---|---|---|
| BlueBranch GmbH | ASO-Audit | 1.490 EUR einmalig |
| BlueBranch GmbH | ASO-Wachstum | 900 EUR pro Monat |
| BlueBranch GmbH | ASO-Skalierung | 1.800 EUR pro Monat |
| BlueBranch GmbH | Setup und Vertragsbindung | 990 EUR einmalig, Mindestlaufzeit 6 Monate |
| App Marketing Hub | ASO Starter | 900 EUR pro Monat, netto |
| App Marketing Hub | ASO Plus | 1.800 EUR pro Monat, netto |
| App Marketing Hub | ASO Ultimate | Auf Anfrage, keine Setup-Gebühr |
| Die App Agentur | Pakete | ab 500 EUR, 1.200 EUR und 2.500 EUR pro Monat |
| Claneo | ASO | Keine Preisangabe, auf Anfrage |
| AvantGrade | ASO | Keine Preisangabe, auf Anfrage |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens liegen die mittleren Pakete zweier unabhängiger Anbieter bei identischen 900 EUR und 1.800 EUR pro Monat, es gibt also so etwas wie einen Marktpreis. Zweitens machen Setup-Gebühr und Mindestlaufzeit den Unterschied: Ein Sechsmonatsvertrag über ASO-Wachstum bei BlueBranch bindet 6.390 EUR, nämlich 5.400 EUR Honorar plus 990 EUR Setup. Bei ASO-Skalierung sind es 11.790 EUR. App Marketing Hub gibt an, keine Setup-Gebühr zu erheben, und weist die Preise netto aus. Wer vergleicht, vergleicht deshalb nicht den Monatspreis, sondern die Summe über die Mindestlaufzeit.
Was für dieses Geld tatsächlich geliefert wird
Der Leistungsumfang ähnelt sich über Anbieter hinweg stark. Typisch ist eine Kombination aus:
- Keyword-Recherche pro Markt, inklusive Aufbau des Keyword-Satzes für das 100-Byte-Feld im App Store und der Textbasis für Google Play, wo es kein Keyword-Feld gibt.
- Metadaten pro Sprache: Name, Untertitel oder Kurzbeschreibung, Beschreibung, Promotional Text.
- Creative-Arbeit an Icon und Screenshots, meist als gestaltete Sets pro Store und Gerätetyp.
- Aufsetzen und Auswerten von A/B-Tests über Product Page Optimization und Store-Listing-Experimente.
- Monatliches Reporting zu Impressions, Produktseitenaufrufen, Conversion und Keyword-Positionen.
- Wettbewerbsbeobachtung und Reaktion auf Änderungen der Store-Richtlinien.
Was in der Regel nicht enthalten ist: Media-Budget für Apple Ads oder Google Ads, Übersetzungen in neue Sprachen, Produktarbeit an der App selbst und die Lizenzen für ASO Tools. Diese Posten gehören in die Rechnung, sonst wirkt die Agentur teurer oder billiger, als sie ist.
Der Aufwand in Eigenregie, in Stunden
Die folgende Aufstellung ist ein Erfahrungswert und keine Messung. Sie dient dazu, den Agenturpreis gegen den eigenen Kalender zu halten.
| Aufgabe | Einmalig | Laufend |
|---|---|---|
| Keyword-Recherche je Markt | 6 bis 10 Stunden | 2 Stunden pro Monat |
| Metadaten je Sprache schreiben | 3 bis 5 Stunden | 1 Stunde pro Monat |
| Screenshot-Set je Store | 8 bis 16 Stunden | 2 bis 4 Stunden pro Monat |
| A/B-Test aufsetzen und auswerten | 2 Stunden | 2 Stunden pro Monat |
| Reviews beantworten | Kein Anfangsaufwand | 1 bis 2 Stunden pro Woche |
Für einen Markt und zwei Stores landet man damit grob bei ein bis zwei Wochen Anfangsaufwand und danach bei mehreren Stunden pro Monat. Diese Zeit ist der eigentliche Vergleichsmaßstab: Nicht „900 EUR gegen 0 EUR“, sondern 900 EUR gegen den internen Stundensatz mal diesen Aufwand, plus die Toolkosten.
Agentur, eigene Stelle oder Tools
Für die Entscheidung reicht eine ehrliche Rechnung mit den eigenen Zahlen. Die veröffentlichten Agenturpreise stehen oben, die Tool-Einstiegspreise liegen bei den gängigen Anbietern zwischen rund 10 und 80 US-Dollar im Monat, aufgeschlüsselt im Beitrag zur App Store Optimierung. Die dritte Größe, die interne Stelle, lässt sich nicht pauschal beziffern: Sie besteht aus Bruttogehalt, Arbeitgeberanteilen, Tools und Einarbeitungszeit und ist je Unternehmen verschieden. Wer die drei Wege vergleicht, setzt genau diese drei Summen nebeneinander, jeweils auf zwölf Monate gerechnet.
| Situation | Sinnvoller Weg |
|---|---|
| Eine App, ein Markt, kleines Team | Selbst machen, Tools ab dem günstigsten Tarif |
| Solides Produkt, mehrere Märkte, keine Kapazität | Agentur für sechs bis zwölf Monate, danach neu bewerten |
| Richtung unklar, Umsetzung intern vorhanden | Einmaliges Audit, Umsetzung selbst |
| Mehrere Apps, kontinuierliche Releases | Interne Stelle, Agentur nur punktuell |
Was ein Budget für App-Marketing nicht abdeckt
Ein häufiger Planungsfehler besteht darin, App Store Optimierung und bezahlte Nutzergewinnung in einen Topf zu werfen. Beides greift ineinander, aber die Kostenarten sind verschieden. Ein Agenturhonorar bezahlt Arbeitszeit an Metadaten, Creatives und Tests. Ein Media-Budget bezahlt Sichtbarkeit bei Apple Ads oder Google Ads und wird zusätzlich fällig. Wer nur das Honorar einplant, steht nach vier Wochen mit einer besseren Produktseite und unverändertem Traffic da.
Sinnvoll ist die umgekehrte Reihenfolge: erst die Produktseite in Ordnung bringen, dann bezahlten Traffic darauf leiten. Jeder Euro Media-Budget auf eine Seite mit schwacher Conversion ist teurer als derselbe Euro auf eine Seite, die getestet wurde. Eine kleine Apple-Ads-Kampagne mit Suchbegriffsabgleich hat außerdem einen zweiten Nutzen: Sie ist die einzige verlässliche Quelle für die tatsächlichen Suchbegriffe im deutschen Storefront und speist damit die Keyword-Arbeit, für die andernfalls Modelle von Drittanbietern herhalten müssen.
Übergabe und Ausstieg regeln, bevor es losgeht
Der Punkt wird selten verhandelt und kostet am Ende Zeit. Nach Ablauf der Zusammenarbeit sollten drei Dinge intern vorliegen: der aktuelle Keyword-Satz je Sprache mit Begründung, die Historie der Metadaten mit den Zeitpunkten der Änderungen, und die Ergebnisse aller gelaufenen A/B-Tests inklusive der Varianten, die verloren haben. Ohne diese Unterlagen beginnt die nächste Agentur oder die eigene Stelle wieder bei null und wiederholt Tests, die bereits bezahlt wurden. Am einfachsten ist es, die Änderungshistorie von Anfang an im eigenen Werkzeug zu führen und nicht ausschließlich im Dashboard des Dienstleisters.
Warnsignale beim Einkauf
- Garantierte Rankings. Niemand kontrolliert die Store-Algorithmen. Eine Garantie auf Platz eins ist entweder wertlos oder sie beruht auf gekauftem Traffic.
- Abrechnung pro Installation oder pro Bewertung. Dieses Modell setzt Anreize genau in die Richtung, die beide Stores verbieten.
- Ergebnisse in wenigen Tagen. Erste Positionsbewegungen brauchen zwei bis vier Wochen nach der Indexierung, ein belastbarer Effekt auf Installationen eher zwei bis drei Monate.
- Kein Zugriff auf die eigenen Konten. Metadaten, Keyword-Sätze und Testergebnisse gehören in die eigenen Store-Konten, nicht ausschließlich in ein Agentur-Dashboard.
- Keine Angabe zur Mindestlaufzeit. Vergleichbarkeit entsteht erst über die Gesamtsumme, nicht über den Monatspreis.
- Reporting ohne Rohdaten. Ein Bericht, der sich nicht gegen die Zahlen der Store-Konsole prüfen lässt, ist eine Erzählung.
Ein Punkt verdient eine eigene Zeile: Der Kauf von Installationen, Bewertungen oder Reviews verstößt gegen die Richtlinien beider Stores und kann zur Entfernung der App führen. Wenn ein Angebot Wachstum verspricht, das ohne solche Maßnahmen nicht erklärbar ist, ist das kein Schnäppchen, sondern ein Risiko für das gesamte Konto.
Fragen für das erste Gespräch
- Wie hoch sind Mindestlaufzeit, Setup-Gebühr und die Gesamtsumme über die Laufzeit?
- Wie viele Stunden pro Monat sind im Paket enthalten, und wer arbeitet konkret daran?
- Wer besitzt die Zugänge zu App Store Connect und Google Play Console, und bleiben die Ergebnisse dort?
- Welche A/B-Tests werden aufgesetzt, in welchem Store, und wie lange laufen sie?
- Sind Übersetzungen, Creative-Produktion und Tool-Lizenzen enthalten oder separat?
- Woran wird der Erfolg gemessen, und lässt sich die Kennzahl in der Store-Konsole nachvollziehen?
Häufige Fragen
Was kostet eine ASO Agentur pro Monat?
Die veröffentlichten Preise deutscher Anbieter liegen zwischen 500 und 2.500 EUR pro Monat. Die App Agentur nennt Pakete ab 500 EUR, 1.200 EUR und 2.500 EUR monatlich. BlueBranch nennt 900 EUR für ASO-Wachstum und 1.800 EUR für ASO-Skalierung. App Marketing Hub nennt 900 EUR für ASO Starter und 1.800 EUR für ASO Plus, jeweils netto. Alle Angaben stammen von den Anbieterseiten.
Gibt es zusätzlich Einrichtungsgebühren?
Ja, in zwei Fällen. BlueBranch nennt eine einmalige Setup-Gebühr von 990 EUR und eine Mindestlaufzeit von sechs Monaten, dazu ein ASO-Audit für einmalig 1.490 EUR. App Marketing Hub gibt an, keine Setup-Gebühr zu erheben. Bei einem Sechsmonatsvertrag über ASO-Wachstum bei BlueBranch ergibt sich damit eine Mindestbindung von 6.390 EUR, also 5.400 EUR Honorar plus 990 EUR Setup.
Lohnt sich ein einmaliges ASO-Audit?
Ein einmaliges Audit liefert eine Bestandsaufnahme mit Empfehlungen, ändert aber nichts an den Listings. BlueBranch veröffentlicht dafür 1.490 EUR einmalig. Sinnvoll ist das, wenn intern Kapazität für die Umsetzung besteht und nur die Richtung fehlt. Fehlt die Umsetzungskapazität, bleibt das Audit ein PDF ohne Wirkung.
Veröffentlichen alle Agenturen ihre Preise?
Nicht alle. Claneo und AvantGrade veröffentlichen keine Preise und arbeiten auf Anfrage. Wer vergleichen will, sollte bei Anbietern ohne Preisliste im ersten Gespräch nach Mindestlaufzeit, Setup-Gebühr und dem konkreten monatlichen Leistungsumfang in Stunden fragen, sonst sind Angebote nicht vergleichbar.
Was kostet ASO in Eigenregie?
In Eigenregie fallen vor allem Zeit und Toolkosten an. Realistisch sind ein bis zwei Wochen Anfangsaufwand für Keyword-Recherche, Metadaten und Screenshots pro Markt sowie mehrere Stunden pro Monat für Pflege, Review-Antworten und Testauswertung. Toolseitig beginnt der Markt bei rund 10 USD pro Monat, gemessen an den Einstiegspreisen der gängigen Anbieter.
Welche Warnsignale gibt es bei ASO-Anbietern?
Garantierte Rankings, Abrechnung pro Installation oder pro Bewertung und Ergebnisversprechen innerhalb weniger Tage. Alle drei setzen voraus, dass jemand die Store-Algorithmen kontrolliert, was niemand tut. Der Kauf von Installationen, Bewertungen oder Reviews verstößt zudem gegen die Richtlinien beider Stores und kann zur Entfernung der App führen.
Ab wann ist der Erfolg einer ASO-Zusammenarbeit messbar?
Erste Bewegungen bei Keyword-Positionen zeigen sich meist zwei bis vier Wochen nach der Indexierung, ein belastbarer Effekt auf Installationen eher nach zwei bis drei Monaten. Eine Mindestlaufzeit von sechs Monaten, wie sie BlueBranch nennt, entspricht damit ungefähr dem Zeitraum, in dem sich ein Ergebnis überhaupt beurteilen lässt.
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Wer die Arbeit selbst übernimmt, findet die Grundlagen im Leitfaden zur App Store Optimierung und die technischen Voraussetzungen beider Stores in den Beiträgen zur Google Play Console und zu App Store Connect. Für Metadaten, Änderungshistorie und Screenshots an einer Stelle: die Konditionen von AppBoard, in der Beta kostenlos.
Alle Preisangaben wurden im August 2026 von den genannten Anbieterseiten übernommen und sind Anbieterangaben. Preise und Vertragsbedingungen können sich ändern, vor einer Beauftragung lohnt der Blick auf die aktuelle Seite des Anbieters.
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